Dr. phil. Nadja Maurer

„Ein ausgeprägtes Verständnis für Konflikte, Gruppendynamik und -kohäsion und ein Gespür für riskante und sich schnell ändernde Situationen machten es für Frau Dr. Maurer überhaupt erst möglich, Zugang zu und Akzeptanz in auch äußerst schwierig zugänglichen Gruppen zu erhalten. ... Zentral und entscheidend war hier ihre Fähigkeit zum Teambuilding. Ihre überragenden analytischen Fähigkeiten, sicheres Prozessdenken, Ausdauer sowie ein stark ausgeprägtes Kommunikations- und Verhandlungsgeschick auch in anderen kulturellen und sozialen Kontexten/Milieus kamen hier besonders zum Tragen.“ (Direktor Hamburger Institut für Sozialforschung)

Über mich

Nach dem Studium der Ethnologie, Psychologie, Jura und Geographie in Hamburg war ich zunächst in der freien Wirtschaft tätig. Für meine Promotion zog ich nach Nordirland und erforschte neu entstehende „Sicherheitsgemeinschaften“ im dortigen Friedensprozess . Post-doc arbeitete ich als Wissenschaftlerin am Hamburger Institut für Sozialforschung . Meine Forschungsinteressen sind Sicherheit , die Gestaltung der Zukunft , und schwerpunktmäßig die Erforschung von Krieg und Gewaltphänomenen  und Massengewalt , Emotion und Interaktion , Gewalt in Bürgerkriegen , die Konzeptualisierung von Normalität , Re-Islamisierung, Radikalisierung, die Grauzone im Übergang von Krieg zu Frieden  (Englisch ), die Herausforderungen in Friedensprozessen  soziale Bewegungen in segregierten Gesellschaften , und (innerstaatlicher) Konflikt sowie Nachkrieg  , außenpolitische und kriminologische Themen. Meine Tätigkeiten umfassten unter anderen die (Mit-)Entwicklung eines Studienganges, Engagement als Betriebsrätin sowie wissenschaftliche Beratungstätigkeiten für Medien, Politik und Bildungsinstitutionen. 

Als Wissenschaftlerin am Senator George J. Mitchell Institute for Global Peace, Security and Justice an der Queen´s University Belfast in Nordirland, als Gastwissenschaftlerin an der theologischen Fakultät Sarajevo, Bosnien-Herzegowina sowie in ethnographischen Feldforschungen im In- und Ausland und in der Advocacy-Arbeit mit Gruppen wie der tamilischen Diaspora sammelte ich umfangreiche Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit Gruppen und Organisationen in (gewaltsamen) Konflikten und in Phasen beschleunigten Wandels. Besondere Expertise habe ich in den Themenfeldern Sicherheit, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit sowie Reformen des Sicherheitssektors und Policing, Konfliktforschung, Diversität und Gleichstellungsfragen, politische Repräsentation, Organisationssoziologie, und Kultur.

Neben umfangreicher Forschungs- und Entwicklungsarbeit, die im Rahmen nationaler und internationaler Fachkonferenzen Beachtung findet, sind mir die Konzeption, Organisation und Durchführung von Tagungen und Workshops sowie Moderationen in Deutsch und Englisch geläufig. Regelmäßig lehre ich Methoden qualitativer Sozialforschung an der Leuphana Universität Lüneburg und an der Universität Hamburg. 

In der theoretisch ausgerichteten Forschung liebte ich das Denken, Debatten und Diskurse, aber meine Leidenschaft für Empirie, Praxis und Lösungsorientierung kam auf Dauer zu kurz. Seit 2020 arbeite ich deshalb selbstständig und projektbezogen. Integrität, Entscheidungsstärke und Verantwortungsbewusstsein zeichnen meine Arbeit aus - Eigenschaften, die wahrscheinlich geschärft wurden durch das Arbeiten in hochsensiblen Konfliktsettings, weil es dort wirklich auf richtige Entscheidungen, richtige Prioritäten und richtige Zielsetzungen im richtigen Maß ankommt. 

Portfolio 

Leistungen

Varia

Häufiger werde ich für wissenschaftliche Beratungstätigkeiten in Medien, Politik und Bildungsinstitutionen, für Radioformate oder Kulturveranstaltungen angefragt. Als freie Autorin schreibe ich gelegentlich zu gesellschaftspolitischen und anthropologischen Themen. 

2022 "Worum kämpfen?" Staatlichkeit am Morgen nach Krieg und Konflikt. Zur Fragilität von Nachkriegsordnungen"

2022 "Humanitär töten. Anmerkungen zum Ukraine-Krieg und Schutzverantwortung: Eine völkerrechtliche Norm zur Eskalation von Krieg?"

2022 "Von Polizei, Samthandschuhen und gut gemeintem Journalismus. Replik auf Artikel der taz."  

2022 "Nordirland zwischen Frieden und Brexit" Hintergrundanalyse zum Konfliktpotenzial des Brexit in Nordirland. → 

2022 Legal, illegal, scheißegal. Warum die geplante Teil-Legalisierung von Cannabis ihr Ziel verfehlen wird.

2021 "Reden erst die Völker selber, werden sie schnell einig sein"? Beitrag zum Internationalen Tag der menschlichen Solidarität.  

2021 Multi-Stakeholder-Konfliktanalyse im Stadtraum: "Balduintreppe". Forschungsbericht I. Im Auftrag der Forschungsstelle für strategische Polizeiforschung, Akademie der Polizei Hamburg.

2021 Harte Fronten: Drogen, Rassismusvorwürfe und ein Legitimationsdefizit der Polizei.

2021 Taliban: Die Entstehung einer sozialen Bewegung

2021 Der Islam der Taliban und 'afghanische Kultur' (2/4) 

2021 Die Taliban: Marginalisierte und hegemoniale Männlichkeit (3/4)  

2021 Die Taliban und das "Verschwinden" der Frauen (4/4)

2019 Eine Interviewreihe mit dem US-Soziologen Jack Katz, entstanden aus langen Gesprächen: Interaktionen, soziale Ontologien und die Verbindung von sozialen Prozessen auf der Mikro- und auf der Makroebene (1/3) , Feldforschung, Daten und Narrative (2/3) , und das Verhältnis von Chaos und Struktur (3/3)